Weihnachten 2015
Eine tatsächliche Weihnachtsgeschichte ...

Straßenkinderprojekt Comviva in Caruaru in Brasilien 2015

Lieber Hans Erich,

wir haben zur Zeit Besuch von Katharina, Vera´s Tochter, und Judith, Annes Tochter. Es ist sehr schön wieder etwas Familie um uns herum zu haben und der Kontakt und die Abwechslung tun mir sehr gut. Zur Zeit sind wir in Caruaru und haben das Projekt und einige Freunde besucht. Die Mädchen haben einen kleinen Einblick in die Arbeit bekommen und waren auch alleine bei Hausbesuchen und der sozialen Straßenarbeit dabei. Am Sportplatz wurde der Bodenbelag im März fertig gestellt. Die Beleuchtung und die Pfosten für die Netze werden zur Zeit von den Jugendlichen angebracht und wenn es aufhört zu regnen werden die Malerarbeiten fertig gestellt. Wir gehen davon aus, dass alles noch vor dem FKB fertig wird.

Die Projektarbeit entwickelt sich dieses Jahr weiterhin gut. Wir machen uns nur große Sorgen wegen der Finanzierung, denn wir leben zur Zeit eine große politische und wirtschaftliche Krise. Die politischen Vertreter auf Bundesland- und Stadtebenen behaupten zwar das die Finanzmittel vorgesehen sind, doch haben wir für die Projektarbeit ab September noch keine weitern Mittel erhalten. Es wird also wieder sehr stressig werden. Die Verantwortlichen im Projekt sind schon seit Wochen in intensiven Verhandlungen.

Die Ergebnisse bei den Jugendlichen sind im Bezug auf die berufliche Eingliederung dieses Jahr besonders erfreulich. Wir konnten schon 42 Jugendliche in verschiedene Arbeitsplätze vermittelt (darunter sind Nudelfabriken, Keksfabriken, verschiedene Banken etc.) Leider hat die Gewalt gegen Jugendliche in den vergangen Monaten wieder zugenommen. Wir hatten 5 Todesfälle in dem Jugendgefängnis in Caruaru und viele Aggressionen und Übergriffe auf Kinder und Jugendliche in Risikosituationen. Im März haben wir den sexuellen Missbrauch an einem sechsjährigen Jungen aus dem Projektbereich Sol Poente zur Anzeige gebracht. Die Herausforderungen sind groß! Wir hoffen auch weiterhin zu der Einhaltung der Kinder- und Jugendrechte in Caruaru beitragen zu können. 

Wir möchten uns ganz herzlich für die Hilfe vom FKB bedanken und würden uns sehr freuen, im nächsten Jahr einen Besuch von Euch zu erhalten. Damit wäre es möglich einen Einblick über die vielen Früchte zu geben, die in den Jahren der Unterstützung vom FKB-Fest, gewachsen sind. 

Im Namen aller des Comvivas möchte ich herzlich grüßen.

Beate


Weihnachtsbrief 2015 von Pater Franklin

Bhopal, Weihnachten 2015 

Meine lieben Freunde, 

wieder geht das Jahr zu Ende und es wird Zeit Euch wieder einen Rundbrief mit vielen Informationen aus Bhopal zu senden. Das veränderte Klima macht uns hier in Indien viel zu schaffen. Schwerer Regen, Stürme, Zyklone und die schreckliche Hitze nahe 48° C sind oft unerträglich. Wir hatten Hagel wie Hühnereier. Am Anfang des Jahres war es kalt wie bei Euch. Unsere Armen haben sehr darunter gelitten. Viele sind gestorben, besonders arme Kinder. Im Juni kommen wie jedes Jahr hunderte von neuen Kindern, zum Teil mit ihren Eltern und betteln um Aufnahme in unsere Hostels und vor allem in unsere Schule. Am Schlimmsten geht es den Ureinwohnern, den Barelas, den Bills und Ghouds. Sie leben im Wald, fällen Bäume und versuchen Land zu kultivieren. Die Straßen sind so schlecht, dass wir in der Monsunzeit zu ihnen laufen müssen. Sie haben keine Chance etwas zu lernen. Es gibt keine Schule und keine medizinische Hilfe. Die Kinder sind in einer miserablen Situation und Condition. Sie haben von unseren Hostels und Schulen gehört und kommen jetzt täglich mit ihren unterernährten Kindern und bitten um Einlass. Jedoch wir sind total überfüllt. Ihr könnt Euch denken, meine lieben Freunde, wie sehr ich darunter leide, wenn sie in der Gluthitze in ihren Hütten sitzen ohne sauberes Wasser. Oft müssen sie kilometerlange Märsche für das schmutzige Wasser zurücklegen. Es ist sehr schlimm. Unsere Kinder in den Hostels machen gute Fortschritte, bestehen die Prüfungen und können, wenn sie die Schule und Berufsausbildung durchlaufen haben ihr Leben selbst meistern und oft noch das ihrer Verwandten. Euch allen haben wir sehr zu danken für Eure vielfältige Hilfe. Alles zählt. Wir sind dankbar, denn Ihr lieben Freunde gebt uns die Hilfe, die wir brauchen, um unseren Kindern ein Leben in Würde geben zu können. Dafür möge Gott Euch und Eure Familien segnen. Wir alle hier in Bhopal, unsre Kinder, Lehrer, Schwestern und Patres wünschen Euch eine gesegnete Weihnacht, Gesundheit und ein gutes friedvolles neues Jahr 2016. 

Eurer dankbarer Pater Franklin 

P.S. Leider habe ich für Euch und uns noch eine traurige Nachricht. Zwei unserer hoffnungsvollen Jungen Männer, die die Ausbildung gerade beendet hatten sind in Mumbai im Krankenhaus gestorben. Sie kamen als Kleinkinder zu uns. Jetzt hätten sie es geschafft und könnten bald auf eigenen Füßen stehen und ihrer Familie helfen. Sie starben am Denguefieber. Bis sie ins Krankenhaus kamen war jede Hilfe zu spät.


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